Archiv der Kategorie 'Was ist...'

BBC Radio 1 Stories: The Story of Future R&B (Juli 2014)

Future R&B. Dieser Begriff taucht neuerdings immer wieder und überall auf. BBC hat sich dem Thema jetzt mal angenommen und dazu diese einstündige Spezialsendung aus ihrer Stories Reihe gesendet. Mit allerlei Soundbeispielen wird sich dem Sound angenähert und es werden immer wieder Parallelen zu Releases aus den 90ern aufgetan. Neben den wichtigsten Vertretern dieses Genres wie The Weeknd, Drake oder Bondax gibt es aber auch Musik von James Blake, BANKS oder (wer hätte es gedacht) Burial.
Die Stunde Musik ist natürlich Zuckerguss mit Glitzer überzogen, aber zwischen dem ganzen cheesy Kram verbirgt sich doch immer noch die eine oder andere Perle und es ist sehr interessant etwas tiefer in das Genre einzutauchen.

Tracklist:

Janet Jackson – Doesn‘t Really Matter
Kelela and Kingdom – Bankhead
BANKS – Warm Water (Snakehips Remix)
Bondax – Giving It All
Chromeo – Call Me Up (Bondax Remix)
Bondax – All Inside
D’Angelo – Cruisin
Blackstreet – No Diggity (Bondax Edit)
Janet Jackson – If ( Kaytranada Extended Mix)
Teedra Moses – Be Your Girl (Kaytranada remix)
Bondax – All I Want
Tinashe – 2 On (feat. Schoolboy Q)
Brandy – I Wanna Be Down
Frank Ocean – Novacane
James Blake – CMYK
The Weeknd – What You Need
Cassie – Must Be Love (Jacques Greene’s Marriage Proposal Mix)
The Weeknd – Rolling Stone
The Weeknd – The Party & The After Party
The Weeknd – Coming Down
The Weeknd – Gone
Drake – Crew Love
Aaliyah – We Need A Resolution
Kelela – Something Else
Aaliyah – One In A Million
Bok Bok – Melba’s Call (feat. Kelela)
MNEK – White Noise (Full Crate FS Green Remix)
Drake and Jhené Aiko – From Time (Full Crate remix)
Beyoncé – Drunk In Love feat. Jay-Z (Full Crate Official Remix)
Full Crate x Mar – Man x Woman
Usher – U Don’t Have To Call (Durkin Remix)
Ciara – Body Party (Kiff Remix)
Jhené Aiko – The Worst (DJ K-Deucez Remix)
Ginuwine – Pony (eSenTRIK Remix)
Beyoncé – Naughty Girl (Brenmar & Fiinesse Remix)
Falcons – Boy Is Mine (Brandy X Monica)
Brownstone and Brenmar & Murlo – If You Love Me (Brenmar & Murlo Remix)
INOJ – Love You Down (eSenTRIK Remix)
DJ Yolo Bear – Whitney vs. Brandy
Weep – I Know You Got Work
Justin Timberlake – My Love (Playground Mob Remix)
Janet Jackson – If (Kaytranada Remix)
Tinashé – Vunerable (Pomo Edit)
Musiq Soulchild – Just Friends (Wantigga Remix)
Teedra Moses – You‘ll Never Find (Fitzroy Remix)
Usher – You Make Me Wanna (King Henry Remix)
Tajan & Fwdslxsh – Beautiful (Esta Edit)
Ciara – Body Party (Jacques Greene Remix)
TLC – No Scrubs (Ste Louse Remix)
Aaliyah – If Your Girl Only Knew (Drunkmaster Flex & eSenTRIK Remix)
Arnold – 100 Dreams (i Luv Your Girl Rmx)
Amerie – 1 Thing (Cherokee Remix)
Amerie – Why Don‘t We Fall In Love
Amerie – 1 Thing
Amerie – Gotta Work (Phazz Remix)
Amerie – Why Don‘t We Fall In Love (Kaytranada Remix)
Sango – Here With Me
Lakim – Thinkin Bout (Doin U)
Sango – Middle of Things, Beautiful Wife (feat. SPZRKT)
SZA – Childs Play (feat. Chance The Rapper)
Lauryn Hill – Doo Wop (That Thing)
SZA – Babylon (feat. Kendrick Lamar)
Liz – Say U Would
Burial – Archangel
Blackstreet – No Diggity (Bondax Edit)

quo vadis? Trap Musik im Jahre 2014

Beim Durchschauen der beliebtesten Beiträge auf meinem kleinen Blog hier ist mir aufgefallen, dass mein Artikel über Trap aus dem Jahre 2012 immer unter den ersten Drei rangiert, wenn es um die meisten Aufraufe geht.
Nun hat sich in den zwei Jahren so einiges geändert und ich schrieb neulich auf facebook, dass ich aus heutiger Sicht einiges anders schreiben würde. Der Artikel von damals™ klingt in meinen heutigen Ohren, nun wie soll ich sagen, etwas jungfräulich…
Jacker meinte daraufhin ich solle einfach einen neuen Artikel über den derzeitgen Stand der Dinge machen. Gesagt – getan!

In den letzten Jahren haben sich zwei Stile bzw. Unterkategorien von Trap herauskristallisiert. Ich will hier definitiv keine Genre Schubladen erfinden, der Einfachheit halber brauche ich aber zwei Namen, deswegen nenne ich das jetzt mal Trap und EDM Trap.

Bei Trap handelt es sich um die „Ur“-Form, die ich in dem 2012er Artikel auch schon hinreichend erklärt hatte. Gangster Rapper von der Straße erzählen uns ihr Leben und es wummert ein 808 Bass über Synthie Lines und kitschige Melodien. Natürlich sind in den zwei Jahren viele Künstler auf den Trap Zug aufgesprungen oder wurden durch den Hype an die Oberfläche gespült. So sind zum Beispiel aus dem Umfeld von A$AP Rocky noch andere Rapper ins Rampenlicht gerückt, allen voran A$AP Ferg („Work“) und Schoolboy Q („Man Of The Year“).
Von dem Hype, den die Musikrichtung Trap erlebte, haben auch diese Jungs etwas mitbekommen, allerdings ist das auch halt einfach Südstaaten Hip Hop, wie er schon seit Ewigkeiten produziert wurde.
Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass ich mich da auch nicht so wirklich gut auskenne und oft nur die Artists mitbekomme, die wirklich sehr berühmt sind. Ich weiß, dass Jacker da immer ein offenes Ohr hat, vielleicht empfiehlt er uns hier noch weitere Artists?!
Nur um noch mal auf mein Ausgangsstatement und das „quo vadis?“ dieses Artikels zurückzukommen: Es hat sich nicht viel verändert, außer das noch mehr Künstler dazugekommen sind.

Nun aber zur zweiten Kategorie. Hier hat sich ein festes Schema eingebürgert: Das Tempo liegt bei 140 BPM und jeder Track verfügt über einen langen „Intro“-Teil vor dem Drop. Dieser wird immer öfter noch mehr in die Länge gezogen um die Spannung zu steigern. Neuere Vertreter von EDM Trap sind ƱZ, Grandtheft, GTA, heRobust, Stooki Sound, RL Grime oder Baauer. Letzerer landete mit seinem Harlem Shake Ohrwurm ja einen Zufallshit, so dass ihn nun jeder Galileo Zuschauer kennt. Aber anhand dieser Grafik, die ich hier letztens hatte, kann man eben auch sehen wie kurzlebig so ein Hit sein kann. Immerhin konnte er ein Sample von Jay-Z klären und so seinen recht guten Song „Higher“ doch noch offiziell releasen. Hört man sich die Produktionen vom Rest der Artists einmal an, wird recht schnell klar, was ich mit diesem starren Muster bzw. festen Schema anfangs meinte. Es hat sich so ein gewisses Mad Decent Erfolgsrezept eingebürgert, welches über 100 mal kopiert wurde und am Ende kam doch jedes Mal wieder irgendwie derselbe Song raus.

Warum ist das so? Es gab zwei riesige Trap Hits, auf die wellenartig viele andere Produktionen folgen sollten. Die erste Welle an Trap Produzenten, Tracks und Remixen kam unmittelbar nach der Veröffentlichung des Flosstradamus Remixes von Major Lazor’s „Original Don“. Um den Track kam sogar Casper nicht rum. Und dann diese ganzen Daaaamn Son… Samples in jedem Track…

Die zweite Welle folgte dann nach dem „Mercy“ Remix von RL Grime & Salva. Das Original war schon extrem doll bekannt und wurde sehr oft im Radio gespielt. Der Remix schlug dann in der Trap Szene auch ein wie eine Bombe und wurde einfach zum standardisierten Gesamtwerk der Trap Produktion erhoben.
Die leicht trancige Melodie, dazu stampfender 4/4 Hardstyle Bass, langer Build Up vor‘m Drop, dann kurz Stille und ein dicker Drop. Sämtliche Tunes die danach produziert wurden, erinnern zu 95% an diesen Remix oder sind eine schlechte Kopie.
Manch einer nennt seinen Trademark Stil jetzt schon Festival Trap in der Hoffnung allein dieser Titel würde ihn dazu bringen vor Tausenden von Leuten zu spielen. Dabei geht dann leider komplett die Innovation flöten und alles verschwimmt zu diesem undefenierbaren Begriff EDM irgendwo zwischen Dubstep, Trance und Trap.
Perfekt auf den Punkt brachte dies der When Will The Bass Drop Clip der Lonely Island Jungs.

Dann kam noch irgendwer auf die Idee zu Trap mit dem Arsch zu wackeln und es twerk zu nennen. Zack! Hatte die Welt ein neues Genre, einige Artists benannten sich gleich nach dem Begriff, Mädels luden ihre Fähigkeiten in youtube Clips hoch und die lokale VHS hatte einen neuen Tanzkurs im Angebot.
DJ Snake hat mit seinem „Turn Down For What“ dann sein Übriges getan.

Einige Ausnahmen gibt es aber doch und so will ich hier ein mal loebend CRNKN erwähnen. Er hat es geschafft Major Lazer zu remixen und eine Stimmung aufzubauen, bei der man denkt „Oh nein, nicht der hundertste Trap Remix!“ und es dann doch ganz anders kommen zu lassen! (Die Kommentare bei soundcloud / youtbe sprechen Bände!)

Auch Slugabed war schon immer anders als die anderen und schafft es perfekt, sich Elemente aus dem Trap Business rauszuziehen, um sie dann auf seine eigenen Produktionen umzumünzen.

DO U C ME THO hat alles was ein richtiger Club Hit braucht (Air Horn Sample!!!) und bringt viele Leute zum Tanzen ohne ihnen direkt in’s Gesicht zu springen und anzuschreien, dass sie sich endlich mal bewegen sollen.

Weil ich beim Mixen schneller als beim Schreiben bin, entstand aus dem Umstand, den dieser Text beschreibt, bereits vor einigen Monaten dieser Mix: Used To Give A Fk.

Und bei euch so? Meinungen, Rants, Anregungen und Mixe wie immer in die Kommentare bitte!

Produzent ≠ DJ

Im Moment geistern wieder zwei Videos von Festival Gigs durch’s Netz, die so einige (Hobby) DJs gehörig auf die Palme bringen. Zum einen ist da das Video von Dimitri Vegas, Martin Garrix und Like Mike, die ihren neuen Track beim Ultra Music Festival „vorstellen“. Zweitens existiert noch einen Ausschnitt von einem Set, der Laidback Luke, Sander Van Doorn und Steve Aoki bei ihrer Arbeit zeigt.
Jetzt wird natürlich wie wild diskutiert und gehatet. „Die machen ja gar nix!“, „Früher haben DJs noch gearbeitet für ihr Geld!“, „Das kann ich auch!“ oder „Hurensohn“ sind so die gängigen Meinungen, die einem beim Lesen der Kommentare so begegnen.
Was viele der Blogbetreiber und Kommentareschreiber dabei vergessen: Bei diesen Leuten handelt es sich um Produzenten und nicht um DJs.
Es gibt da diesen ewigen Kreislauf in der elektronischen Musikszene: Du musst eigene Tracks produzieren, sonst wirst du nicht gebucht. Wenn du gebucht wirst, musst du Auflegen obwohl du doch eigentlich „nur“ Produzent bist und von Beatmatching, Selection oder Aufbau eines Sets gar keine Ahnung hast. Dazu kommt natürlich der Faktor, dass die wenigsten heute rein von den Verkäufen ihrer Musik leben können. Will man als Vollzeitmusiker (in Nischenbereichen der Musik) überleben, muss man zwangsläufig jedes Wochenende irgendwo auftreten.
Das führt uns nun wieder zu den oben genannten Künstlern.
Die Beispiele in obigen Videos haben sich einfach für den allerallereinfachsten Weg entschieden ihre Tracks vor Publikum zu spielen. Mit dem Abspielen der Tracks von einer CD.
Manch einer macht sich da noch ein wenig mehr Mühe. Deadmau5 zum Beispiel baut sich vorher ein „Live Set“ in Ableton zusammen und lässt dieses dann eine Stunde lang vom Rechner laufen und variiert hier und da mal eine Kleinigkeit. Genauso handhabt das auch Paul Kalkbrenner. Manch ein anderer gibt sich noch mehr Mühe und versucht verschiedene Elemente mit Live Instrumenten einzuspielen (Machinedrum, Mala, Shigeto) oder die Tracks komplett neu mit analoger und digitaler Software „live“ einzuspielen.

Das von gängigen Musikzeitschriften und deren Internetablegern dann die „Top DJs of the world“ gekürt werden und sich dann darunter eigentlich ausschließlich Produzenten tummeln führt natürlich auch nicht zur Klärung des Ganzen herbei.
Was also tun? Hm, ich zum Beispiel war nicht beim Ultra Music Festival oder bei Auftritten von Steve Aoki, muss also auch nicht darüber ärgern oder auslassen, dass er mit minimalem Einsatz ein maximales Ergebnis einfährt. Zugegeben über Geschmack lässt sich immer noch streiten und was die Qualität der Musik von Martin Garrix angeht, kann man ihm sicher immer noch etwas vorwerfen.
Aber ein bisschen mehr Gelassenheit würde auch nicht schaden. Wenn die hier genannten Produzenten sich nur noch im Studio einschliessen würden, würden Du oder Ich ja auch nicht morgen ihren Platz einnehmen und auf einmal jedes Wochenende ausgebucht sein.

ALL FSOL / AFX / Autechre / BOC Mixe

Es gibt ja so Leute, die sehen anscheinend kein Tageslicht, weil ihr Hobby ihnen dazu einfach keine Zeit lässt. So scheint das auch mit Stelf aka Primer zu sein.
Der hat gerade in einem Monat (!) vier (!!) Tribute Mixe zu den einflussreichsten IDM Produzenten rausgehauen. Allein wenn ich mir eine Diskografie vornehmen würde, würde das bei mir ewig dauern. Und dann sind die auch noch liebevoll / mit viel Talent zusammengestellt / gemixt. Wer immer schon mal Wissen wollte was in den 90igern so an elektronischer Musik abseits des Mainstreams ging: Das hier ist eure Vorlesung bei Professor Stelf.

Tribute Mix – The Future Sound of London

Tribute Mix – Aphex Twin

Tribute Mix – Autechre

Tribute Mix – Boards of Canada

The Evolution Of The Riddim


Klick! für in groß

Den (etwas unübersichtlichen) Dubstep Family Tree hatten wir ja erst vor zwei Wochen, nun kommt hier eine neue Grafik von Ammunition Promotions (den Machern von FWD>> und Tempa. Records). Diese Grafik beschäftigt sich noch mehr mit der Entstehung und den Einflüssen von Dubstep und reicht von ’99 bis 2006.



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