review: Flying Lotus – You‘re Dead! [Warp]

Das fünfte Album von Flying Lotus ist nun endlich draussen und seit 1983 hat sich eine Menge getan. Nur in einem ist Steven Ellison sich treu geblieben: Jedes seiner letzten vier Alben veröffentlichte er bei Warp Records.
William Gebert aka Tension hat sich seine Gedanken zum letzten Longplayer des L.A. Beatbastlers gemacht und seine Review ist hier der erste Gastbeitrag ever.

Mit seinem fünften Studioalbum widmet sich Steven Ellison aka Flying Lotus erneut seiner ganz persönlichen Definition der Jazz-Electronic-HipHop-Glitch Fusion. Nachdem er auf Cosmogramma bereits die Fühler ausstreckte und einige Elemente des Jazz in seine Werke einbaute, ist dies nun ein fester Bestandteil von You‘re Dead!. Betrachtet man Ellison’s familiäre Vergangenheit ist dieser Schritt nicht verwunderlich. Seine Großmutter arbeitete bei dem legendären Label Motown Records und war als Songeschreiberin, unter anderem für Diana Ross und Marvin Gaye tätig. Alice Coltrane, Ellison’s Großtante und Ehefrau von John Coltrane, war Jazzmusikerin und Pianistin. Flying Lotus führt diese Tradition nun auf seine ganz eigene Weise auf Warp Records fort.

Gleich zu Beginn gibt der aus L.A. stammende Produzent die Richtung an. Nach dem mächtigen Intro treffen in Tesla holprige Drums auf E-Gitarren und werden von Herbie Hancock (!) mit einem herrlich verspulten Rhodes Piano unterlegt. Und genau so geht es weiter: Scheppernde Drum Soli, Saxophon / Piano Passagen und oldschoolig anmutende Atari-In Game-Melodien wechseln sich mit dem FlyLo-typischen Sample Gewusel ab. High Score!
Eine kleine Ruhepause liefert Kendrick Lamar in Never Catch Me. Die Kollaboration mit dem US-Amerikanischen Rapper ruft durch das soulig gespielte Piano und Lamar’s Rap-und Gesangsparts eine Assoziation mit The Robert Glasper Experiment hervor. Nicht umsonst bekam genau dieser Track ein markantes und vielbeachtetes Video.

Trotz allem Jazz bleibt Flying Lotus aber auch auf dieser Platte dem Hip Hop treu. Dafür holte er sich Snoop Dogg als zweiten Rap Support ins Boot. Dieser gibt in Dead Men’s Tetris ein wunderbar lässiges Duett mit Ellison’s Rapper Alias Captian Murphy ab und liefert so eine psychedelische Glitch-Satire auf den Tod. Das Sterben und das was danach passieren könnte ist ein generelles Thema dieses Albums, so auch in Tracks wie Coronus, The Terminator, Siren Song (mit Sängerin Angel Deradoorian) oder The Protest zu hören, welche, einem filmischen Soundtrack gleich, den Übergang in einen anderen Zustand nicht schöner hätten symbolisieren können.
All dies macht You‘re Dead! zu einem grandiosen musikalischen Übergang, durch den hyperaktiver Jazz und Leftfield ähnliche Beats den Klangkosmos von Flying Lotus erweitern und in dem Altes mit neuem Bewusstsein fortgeführt wird.
Die Fusion ist geglückt!

Ich würde mich freuen in den Kommentaren eure Sicht der Dinge zu lesen! Seht ihr das ähnlich? Welcher Lieblingstunes begleitet euch? Steht Snoop Dogg für den Ausverkauf des Hip Hop oder hat FlyLo alles richtig gemacht?

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