Take Ten – Metalheadz (’02 – ’13)

Oh man, das hat schon wieder zu lange gedauert bis ich euch hier den nächsten Teil meiner „Take Ten“-Reihe präsentieren kann.
Was solls. Im Januar gab es Teil 1 meines Metalheadz Best Ofs mit Releases aus den Jahren 1994 – 2002. Heute also Teil 2 mit der „neuen“ Headz Era.


Kryptic Minds & Leon Switch – Hide The Tears [METH056]

Starten wir mit einem Knall. Im Jahre 2004 drehte sich im Drum & Bass viel um Amen-Geschredder, harte Tunes und Therapy Sessions. Mit „Hide The Tears“ gelang dem Duo Kryptic Minds & Leon Switch ein wahrer Hit in dieser Szene. Und Goldie bewies mal wieder exzellentes Fingerspitzengefühl und Wahrsager Qualitäten, da er das Potential dieses Tracks und des Sounds im Allgemeinen erkannte. Die beiden waren nämlich bisher nur mit ein paar Releases auf ihrem eigenen Label „Defcom“ bekannt und dieser Tune öffnete so einige Türen für Kryptic Minds & Leon Switch.
Von der ganzen Soundästhetik passt er zu 100% zu Metalheadz, ewig langes episches Intro, dicker Drop und eine beängstigende, futuristische Grundstimmung. In dieser Zeit ging Goldie auch wieder dazu über, die Plattencover ganz schlicht mit dem alten Metalheadz Logo zu designen. Quasi als Hommage an die gute alte Zeit.
Also genau der Track, der perfekt als Schnittstelle zwischen den Old School Headz und den New School Headz passt.


Amit – Gatecrasher [METH057]

Kaum ein Release und einen Monat später dann dieser Tune von Amit. Irgendwie war das was ganz anderes. Böse, dunkel und bedrückend aber nicht so offensiv wie eben noch Kryptic Minds, eher fieser, langsamer und erdrückender. Auch Amit hatte gerade mal drei Releases auf L Plates, Inneractive und Commercial Suicide auf dem Buckel, als Goldie ihm diesen Track signte. Mittlerweile hält der Halfstep Trend immer noch an und „Gatecrasher“ wirkt auf mich immer noch frisch und schafft es nicht ausgelutscht zu klingen.
Einer meiner liebsten Amit Tracks überhaupt und ich hüte die Platte wie meinen Augapfel.


Hive – Krush [METH059]

Ein klarer Fall von Doppel A-Seite ist die Nummer 59. Eigentlich hätte hier auch „Against The Grain“ stehen können, „Krush“ ist jetzt einfach stellvertretend ausgewählt worden.
Mal wieder das altbewährte Prinzip im Aufbau, diese jazzigen Trompeten Samples, verrückte Vocal Schnippsel und dann dieser Drop, bei dem dir der Mund offen stehen bleibt.
Und Hive schafft es irgendwie trotz aller Härte diese lockere Jazzigkeit im Track durchzuziehen. Die Nummer steppt dann schön weiter vor sich hin, wie es Ed Rush & Optical nicht besser machen könnten.


D.Kay & DJ Lee – Wax‘d [METH064]

D.Kay & DJ Lee waren zu der Zeit eher mit Trance & Bass oder Liquid Hits wie „Barcelona“ unterwegs, dank Goldie wissen wir nun, dass sie auch anders können.
Was im Intro noch schön und verspielt klingt, wandelt sich dann doch recht schnell in eine düstere, schrubbende Nummer, die rollt und rollt und rollt.


Nucleus & Paradox – Aragon [METH067]

Wieder ein Release, bei dem ich mehr als überrascht war. Nucleus & Paradox waren ja bis dato eher die Außenseiter und Eigenbrödler die zum hunderten Mal den Amen Break auf ihrem Atari loopen und das Ergebnis dann auf ihrem eigenen Label releasen. Die beiden dann auf einem der „großen“ Labels zu sehen, war dann doch schon ein Hingucker. Hier beweisen die beiden ganz ausdrücklich ihre Liebe zu 90ies Rave (inklusive „Run Dat!“ Sample) und haben damit anscheinend auch Goldies Herz gewonnen. Sehr treibender Track, der ein Set immer mal wieder gut auflockern kann. Denn seien wir mal ehrlich: Wer mag ihn den nicht, den Amen Break?! Eben…


Heist – Metal Slug [METH069]

Heist hat mit seinem Release bewiesen, dass er die Blue Note Sessions aus dem 90ern inhaliert und in seine Blutbahn aufgenommen hat. Sonst hätte er niemals solche trockenen Techstep Tracks produzieren können. Auch er war vorher nicht wirklich bekannt, beziehungsweise hat er fragwürdigen Jump Up produziert. Schön zu sehen wie er hier in der Rolle des Zeitreisenden die Fragmente der alten Hits in die Gegenwart holt, neu zusammensetzt und daraus etwas ganz eigenes kreiert. Leider habe ich die A-Seite (What Once Was) nicht bei youtube gefunden, aber man kann bei rolldabeats reinhören. Meiner Meinung nach der bessere Track von dem Release.


Commix – Talk To Frank [ METH072R]

Ganz unschuldig beginnt „Talk To Frank“ mit einer netten Melodie und ein paar klickernden Beats, Bumm-Tschak, da kommt der Beat und dann öffnet sich der Abgrund des Basses vor einem. Das war wieder einer dieser Tracks, den alle gespielt haben und der auf einer dicken Anlage eine ganz andere Kraft entfaltet hat. Gnadenlos einfach und deshalb so gnadenlos gut.


Commix – Japanese Electronics (Instra:Mental Remix) [METHCD013]

Der Instra:mental Remix steht stellvertretend für das großartige Remix Album „Re:Call To Mind“ bei dem Goldie sich nicht gescheut hat, Produzenten wie Marcel Dettmann, Sigha, A Made Up Sound, Burial oder eben Instra:mental auf sein Label zu holen und so ist eines der besten Remix Alben ever entstanden.
Der Instra:mental Remix steht auch für die Autonomic Zeit und löst deshalb noch ganz andere Emotionen bei mir aus. Einfach eine wunderbar verträumte Nummer.


Jubei – Patience [METH088]

Jubei steht für mich stellvertretend für eine ganze Reihe neuer Produzenten, die mit ihrer neuen Version des Techstep Sounds nun das Zepter übernehmen.
Der Track besticht durch seinen Minimalismus und seine einfache Struktur, er ist aber trotzdem rauh und liefert genug Substanz um die Wände des Clubs wackeln zu lassen.


J. Majik & Wickaman – Old Headz [METH093]

J. Majik & Wickaman hatte ich 2011 schon längst abgeschrieben. Die beiden in Kombination waren verantwortlich für einige schlimme Clownstep Nummern und nicht wirklich ernst zu nehmen. Weit gefehlt! Nenn deine WIP-Datei einfach „Old Headz“ und lass deinen Gefühlen freien Lauf! Wirklich tolle Atmosphäre gepaart mit klaren, Beats. Auch die A-Seite ist wirklich zu empfehlen und rundet ein perfektes Release ab!
J. Majik war auch ganz am Anfang bei den Headz dabei, wir dürfen also gespannt sein, wen Goldie demnächst wieder reaktiviert!

Das waren meine zehn besten Releases aus den Jahren 2002 bis heute. Nun seid ihr wieder gefragt! Eure Top 10 will ich dann in den Kommentaren sehen!

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2 Antworten auf “Take Ten – Metalheadz (’02 – ’13)”


  1. 1 the030 23. April 2013 um 9:58 Uhr

    amit wäre auch in meiner liste.
    genauso wie das remix album für/von commix

    hinzufügen würde ich nur noch den boddika remix von jubei’s alignment aus 2011

    d-bridge’s metalheadz platinum release aus 2004
    -bellini hat ein so unglaublich bedrohlich wirkendes intro.

    -true romance ist von vorne bis hinten ein schönes stück musik. als ich mir die platte gekauft habe bin ich im freundeskreis auch angeschaut worden als wäre ich krank. stach wohl doch ein wenig heraus aus der sonstigen auswahl.

    2005 dann klute auf metalheadz platinum
    rosemary war wieder ein track mit epischem intro.
    hypnotisch sounds. und allem wofür ich die musik von klute so sehr mag.

    (sieht bei mir also eher nach einer top5-liste aus.
    für mich war metalheadz aber auch nicht so in mode. :D )

  1. 1 Take Ten – Metalheadz (’02 – ’13) « these are my thoughts Pingback am 21. April 2013 um 14:27 Uhr
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