Take Ten – Metalheadz (’94 – ’02)

Im dritten Teil meiner „Take Ten“-Reihe widme ich mich nun dem alteingesessenen und ehrwürdigen Metalheadz Label von Goldie. Da ich bei über 150 Releases und 19 Jahren Labelhistorie natürlich nicht zehn Titel auswählen kann, habe ich mich dazu entschieden das ganze diesmal in zwei Teile zu teilen.
Heute kümmere ich mich erstmal um den „Old School“ Teil mit Veröffentlichungen aus den Jahren 1994 bis 2002.

Man kann von Goldie halten was man will. Er mag vielleicht kein begnadeter DJ sein was das Mixing angeht und er brauchte bei seinen Alben auch immer jemanden der „neben ihm sitzt“, aber als Labelchef ist er perfekt. Man muss sich nur mal ansehen welches von den Labels die damals mit ihm gestartet ist heute noch am Start ist!? Und sich dann auch nicht darauf besinnt alte Suppen wieder neu aufzuwärmen, sondern immer wieder neue Sounds zu pushen.


Rufige Kru – VIP Riders Ghost [MH001]

Beginnen wir doch auch gleich mit der Nummer #001 aus dem Jahre 1994. Diese Strings in VIP Riders Ghost sind unvergessen, wie sie sich im Intro erstmal eine Minute lang komplett aufbauen und dann in dem Amen Drop münden… Einfach herrlich. Es ist einfach dieser (für damalige Verhältnisse) Science Fiction Sound, der diesen Track zum Hit gemacht hat und den Grundstein für das Metalheadz Imperium legte.


Dillinja – The Angels Fell [MET006]

1995. Die Premiere „Blade Runner“ liegt nun 13 Jahre zurück und Dillinja schnappt sich die Vangelis-Melodie, eins der besten Vocal Samples, dass es gibt und baut daraus diesen Amen Kracher. Auch wenn ich den Tune heute noch spiele muss ich unweigerlich an eine dunkle Zukunftsmetropole denken. Geht gar nicht anders. Und dann dieser Sub-Bass im Drop. Lässt vielen heute noch den Mund offen stehen. Ich bin froh, dass die 12″ 2007 einen Repress bekommen hat und ich sie deshalb in meinem Plattenschrank stehen habe.


Doc Scott – Drumz ’95 (Nasty Habits Remix) [METH015]

Präzise Hi-Hats, ein pumpender 808 Bass und ein einsilbiges Vocal Sample. Fertig ist der Jungle Hit aus dem Jahre 1995. Doc Scott hat das Label mit diesem Tune ja auch aufgebaut, war das Original schließlich die A-Seite der MH001! Anscheinend gefiel ihm der Tune so gut, dass er seine 95er Version noch einmal unter seinem „Nasty Habits“ Alias remixen mussste. Hat dem Track auch nicht geschadet, hört man ihm doch die erworbenen Skills und besseren Produktionsmethoden deutlich an. Dieser Break bei 6 Minuten ist einfach perfekt!


Adam F – Metropolis [METH023]

Und auch hier sind wir wieder bei den düsteren Zukunftssounds. Adam F lässt schon auf dem Cover erahnen in was für eine Richtung seine Vision von „Metropolis“ gehen wird und zeigt uns, dass er sich hinter den Produktionen von Goldie oder Doc Scott nicht verstecken muss. So langsam bewegt sich der Sound auch in eine andere Richtung. Weg vom Amen, hin zu klareren Hi-Hats und mehr Augenmerk auf Bass und Percussion. Wohin das alles führt sieht man beim nächsten Track.


Optical – To Shape The Future (Remix) [METBOX001]

Klaustrophobische Klänge und düstere Vocal Samples bestimmen das Intro des „To Shape The Future“ Remixes von Optical aus dem Jahre 1998. Zum wabernden Bass gesellt sich bald eine knallende Hi-Hat, für die das Techstep Genre damals so berühmt war. Genau dieser Stil regierte um die Zeit die Tanzflächen in London und dieser Track ist einer seiner bedeutendsten Vertreter. Goldie war aber niemand, der hier einem Stil hinterhergerannt wäre. Er hat die Zeichen der Zeit erkannt und einfach die richtigen Tracks gesigned.
Das Original war auch schon gut, aber dieser Remix war der Grund warum alle so scharf auf die limitierte, silberne Metallbox waren.


Sci-Clone – Everywhere I Go (Remix) [METH034]

Nach der ganzen Düsterness jetzt mal ein aufhellendes Stück mit Drumfunk Beats, tollen Chords und Jazz Saxophon. A-Sides hat sich mit dem Jazz Musiker Nathan Haines zusammengetan und gemeinsam haben sie diesen schönen Track unter dem Namen Sci-Clone veröffentlicht. Ein weiterer Beweis für Goldies Blick über den Tellerrand und die Vielfältigkeit seines Labels.


Rufige Kru – Beachdrifta [METH037]

Nun mal wieder zum Labelchef himself. Die Piano Line am Anfang ist sagenumwoben und die einsetzenden Strings passen einfach perfekt zur Gesamtstimmung. Goldie nimmt sich wieder ganz viel Zeit für das Intro und lässt dann die Beats von der Leine. Er hat es geschafft eine perfekte Symbiose aus alten Amen und neueren Techstep Beats zu basteln, die von einer Roland Bassline zusammengekittet wird, die so simpel wie genial ist.


Klute – Splendor [METH043]

Bei diesem Tune weiß ich nie genau, warum Goldie ihn auf Metalheadz gesigned hat. Das war für mich einer der ersten Drum & Bass Tunes, die ich wirklich wahrgenommen habe. Eigentlich eine klassiche B-Seite, aber dann kommt diese leicht trancige Melodie, die klickernden Beats, eine entspannte Grundhaltung und ganz viel Gefühl. Ich hatte mich verliebt. Vielleicht ging es Goldie ja genauso wie mir?
Klute jedenfalls macht alles richtig und hat sich mit dem Song einen Platz in meinem Herzen erspielt.


John B – Up All Night (Epic Mix) [METH041CD]

Oh, schon 2001! Kinners wie die Zeit vergeht. Goldie begeht einen Geniestreich und holt sich John B auf sein Label, der damals schon recht exzentrisch war und eher auf seinem eigenen Label „Beta Recordings“ releaste anstatt groß bei anderen rauszukommen. Für das Signing bedankt sich John B mit einem epischen Track, der sich über 3 Minuten aufbaut, bis er überhaupt zum ersten Mal droppt. Dann aber ordentlich! Nebenbei wurde hier dann ein neues Subgenre geboren „Trance ‚n‘ Bass“.


Sonic & Silver – On The Anson [METH045]

Goldie holt sich mit Sonic & Silver zwei Jungle Experten ins Haus, die sich ein uraltes Dub-Sample schnappen und darüber ihre Vision von „21st Century Jungle“ packen.
Allein, wie sich der erste Drop aufbaut ist genial und kein Track würde sich besser eignen, diese „Old School“ Sektion von meinem Metalheadz Lieblingen abzuschließen.

Nun wie immer die Frage? Und bei euch so? Ich habe bestimmt den ein oder anderen Hit vergessen oder eine B-Seite übersehen! Lasst es mich wissen, die Kommentarsektion gehört euch!!! Und in ein paar Wochen dann Teil mit den Releases von 2002 bis heute.

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1 Antwort auf “Take Ten – Metalheadz (’94 – ’02)”


  1. 1 icke 07. Januar 2013 um 19:19 Uhr

    0 Antworten auf diesen Post??? Hallo Leute was ist los!!
    Danke Robyn ganz grosses Kino Wiedereinmal, ich liebe diese Serie. und fast alle Metalheadz-Tracks.

    You made my workday. jetz kann ich heim gehen.

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