Take Ten – Tempa.

Okay, nachdem die neue Kategorie hier so gut angenommen wurde, widme ich mich heute mal einem weiteren Label und versuche mich erneut auf zehn Lieblingstunes zu beschränken. Heute geht es um das Tempa Label, welches Anfang 2000 als Garage Schmiede aus der Ammunition Promotions Crew hervorging. Tempa gilt als einer der Gründungssockel des Dubstep, da es nicht nur eines der ersten Labels war, welches sich traute reine Dubstep Releases zu veröffentlichen, sondern auch die Partyreihe Forward>> hostete, auf der Produzenten wie Skream, Benga oder Kode9 zum ersten Mal ihre Tunes spielen konnten und ihre Debüts als DJs hatten.
Also eine wirkliche geschichtsträchtige Platten- und Produzentenschmiede, wie man auch deutlich an folgenden zehn Songs erkennen wird:


Skream – Midnight Request Line [TEMPA014]

Haha, Klischee ick hör dir trapsen. Das ist halt das Dubstep Urgestein für mich. Man hört noch ganz klar die Garage und Grime Einflüsse heraus, alles noch ein wenig unbeholfen, Dubstep in den Kinderschuhen halt. Aber trotzdem Wahnsinn was Skream da mit 19 Jahren auf seiner Playstation geschraubt hat. Ich weiß noch genau, wie damals der erste Dubstep Hype durch Foren und Blogs ging, ich mir diesen Tune anhörte, einmal, zweimal, dreimal und dann vollends davon gepackt wurde. Ich denke vielen anderen Dubstepheads wird es genauso gehen und daher steht der Song hier zurecht an erster Stelle (auch wenn das nur mit der chronologischen Reihenfolge zu tun hat).


Skream – Rottan [TEMPA016]

Nochmal Skream. Ich kann das Tempa Label einfach nicht beschreiben ohne seine Tunes. Das Gute daran, wenn man einen jungen Produzenten auf sein Label signed ist ja, dass der vermutlich schon etwas länger produziert und so einige gute Tunes auf seiner Festplatte schlummern. Stellvertretend für die Skreamizm Vol. 1 steht hier der „Rottan“ Tune, denn spätestens wenn man gehört hat, was Youngsta mit dem Tune anstellt, wusste man wie sehr der auf der Tanzfläche brummt. Aber auch mit den anderen fünf Nummern gelingt Skream die perfekte Balance aus minimalem Einsatz und maximalem Ergebnis. Und wer hätte gedacht, dass er damit eine Serie lostritt, die auch sechs Jahre nach Vol. 1 kein Ende in Sicht hat?


Skream – I (Loefah Remix) [TEMPA017]

Und schon wieder Skream. Loefah hat sich sein „I“ geschnappt und es einmal komplett umgedreht. Das eher zurückhaltende, minimale Original verwandelt sich in ein böses Monster mit Bassfrequenzen, die man so vorher auch noch nicht gehört hatte. Loefah schafft es perfekt, diesem schleppenden Halfstep Beat eine treibende Note zu verpassen, indem er ihn mit einer klickenden Melodie und knallenden Hi-Hats versetzt. Und dann diese B-Seite! So, warm und ruhig. Lässt sich ewig Zeit mit dem Drop und hat doch diesen ganz tiefen Subbass. Das konnte damals nur einer so. Und der stand spätestens seit dieser Remix 12″ auf den Listen ganz vieler DJs.


Benny Ill, Kode9 & The Culprit – Fat Larry’s Skank (Kode9 Remix) [TEMPA023]

Einer DER Dubstep Tunes, die mich ganz früh in Beschlag genommen haben. Packende Percussions, fetter Bass, Roots-Dub Anleihen und Vocal Samples über die Dubplate Kultur.
Kode9 hat dem Track mit seinem Remix nochmal seinen ganz eigenen Touch gegeben und Dubstep 2006 neu definiert. Zu den „Dark Garage“ Elementen von Skream kamen die warmen Reggae Anleihen dazu, die Grenzen waren einfach noch überhaupt nicht definiert und alles war erlaubt.


D1 – Trial Run [TEMPA025]

D1 hat ein ganz großes Talent wummernden Subbass mit so Trance-artigen Melodien zu verbinden ohne das es kitschig wird. Oben mal wieder stellvertretend „Trial Run“, obwohl „Malfunction“ genauso groß ist und dann noch diese wunderschöne Garage Nummer „Mind + Soul“. Allein schon wegen den Double Drops, die man mit den ersten genannten anstellen kann, ist diese Platte jeden Cent wert. Übrigens perfekt ausgeführt von N-Type auf der Dubstep Allstars Vol. 5.


Benga & Coki ‎- Night [TEMPA030]

DER Dubstep Song mit dem dazugehörigen Tintenfisch Video. Klar, nach dem hundertsten Rewind nervt das „Düdüdüdüüü“ schon ein wenig, aber es ist einfach Wahnsinn wie der Tune 2008 eingeschlagen ist wie eine Bombe und eine Menge DJs mitgerissen hat. Meiner Meinung nach einer der Gründe warum Dubstep heute so groß geworden ist.


Headhunter – Drop the Waste [TEMPA031]

Headhunter. Wie viele H.E.N.C.H. Shows auf Dark FM musste ich hören, bis ich endlich diese Monstertunes vom Mann aus Bristol in den Händen halten konnte?! Keine Ahnung, aber es hat sich gelohnt. Das hier in der Liste auf die Katalognummer 030 direkt die 031 folgt zeigt auch, was für einen krassen Releaseplan die Jungs bei Tempa hatten. Jede neue EP oder 12″ war einfach für sich ein Hit und musste gekauft werden. Auch die anderen Tracks von der „Initiate EP“ waren sehr gut und legten den Grundstein für den darauffolgenden Crossover aus Techno und Dubstep und zeigten wie zukunftsorientiert Headhunter produziert hat, auch wenn sich „Drop The Waste“ ganz oldschoolig anhört.


Skream – Rimz [TEMPA040]

Nummer fünf war die Skreamizm auf die ich mich am meisten gefreut hatte. Aus all den Dubs, die Skream bei den Stella Sessions gespielt hat, waren diese sechs die Creme de la Creme. Und Skream hat bewiesen, wie diversiv er als Produzent sein kann: Typische Banger wie „Filth“ oder „Simple City“ treffen auf techno-inspirierte Nummern (Fick, If You Know) oder Garage Tracks (One For The Heads Who Remember). Und dann noch diese Nummer da oben. Piano Chords, Klackerbeats und eine pumpende Bassline. Herrlich.


Headhunter ‎- Prototype (Modeselektor’s Broken Handbrake Remix) [TEMPA046]

Modeselektor schrauben aus der Headhunter Nummer eine wahnsinnige Dubstep-Techno-Nummer auf 140 BPM. Und dazu dann noch diese U-Boot-Sonar-Sounds.
Damit habe ich schon so manchen Floor zum Kochen gebracht.


Proxima – Lie Detection [TEMPA069]

Und damit sind wir im Jahre 2012 angekommen. Drum & Bass Produzent Proxima landet mit dieser Nummer einen punktgenauen Hit, der Halfstep Dubstep Elemente mit den modernen Wundern der Produktion kreuzt. So ensteht eine drückende Nummer, die alles hat was Dubstep heute braucht ohne die Wurzeln aus den Augen zu verlieren. Hier sei nochmal an das großartige Artwork von Tempa erinnert, immer mit einem Schmunzeln aber doch treffsicher sind sie ihrer klaren Linie treu geblieben.

So, das war’s von mir. Und ihr so?

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5 Antworten auf “Take Ten – Tempa.”


  1. 1 Andre 26. November 2012 um 15:13 Uhr

    Sehr schöne Geschichtsstunde. Und mit Tempa hast wirklich ein geschichtsträchtiges Label der Bassmusik ausgesucht.

    Da bekommt man echt Lust, mal wieder die alten Platten aus der Kiste zu kramen.

    Tolle Kategorie. Ein Take Ten zu Tectonic oder Hyperdub, fänd ich klasse, wenn du denn offen für Wünsche bist.

    Geiler Blog und mach weiter so!

    Cheers,

    André

  2. 2 geroyche 26. November 2012 um 15:43 Uhr

    gute auswahl! bei tempa ist die beschränkung auf 10 ne ganze ecke schwieriger als anderswo.
    ich hätte Coki ‎– Tortured und Benga ‎– Crunked Up noch irgendwie untergebracht (für trial run und rimz glaub ich).

  3. 3 r0byn 26. November 2012 um 17:37 Uhr

    @Andre: Ja, für Wünnsche bin ich immer offen. die beiden Labels werd ich auf jeden Fall auch noch abarbeiten! ;)

    @geroyche: oh ja, das war schon hart. deine beiden genannten sind waren auch sehr lang in der vorauswahl! :)

  4. 4 the030 26. November 2012 um 18:30 Uhr

    bei mir wäre auf alle fälle data – leaves drinnen.
    und soap dodgers – contact.
    der modeselektor remix auch.

  5. 5 01111001 02. Dezember 2012 um 17:27 Uhr

    coole Zusammenstellung :) danke!

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